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Kinderbehandlung

Prophylaxe bei Kleinkindern

Das zentrale Thema ist die Erhaltung der Zahngesundheit bei Kindern vom Säuglingsalter an durch Prophylaxe. Sie fragen sich, was Propyhlaxe im Säuglings- und Kleinkindalter für eine Relevanz für Ihr Kind hat? Dann stehen Sie nicht alleine da. Häufiger treten bei Eltern Fragen bzgl. der richtigen Zahnpflege und Vorsorge bei Ihren Kindern zwischen Geburt und dem vierten Lebensjahr auf. In diesem Lebensabschnitt von Kindern gibt es die "großen" zahnrelevanten Themen.

Zahndurchbruch

Die Zähne bei Säuglingen bilden sich bereits während der Schwangerschaft. Es entwickeln sich 20 Zähne, die dicht gedrängt im Kiefer des Säuglings stehen. Was viele Eltern erstaunt: die erst später zwischen dem sechsten und zwölftten Lebensjahr durchbrechenden bleibenden großen Backenzähne, die Schneidezähne und Eckzähne sind bereits im Kiefer des Neugeborenen angelegt. Bei Ihren Kindern können Sie nach dem ersten Lebenshalbjahr die ersten Zähne bewundern. Die weiteren "Beisserchen" brechen in den folgenden 18 Monaten durch. Nach dieser Zeit haben sich die ersten 20 Zähne Ihres Kindes ihren Weg gebahnt.

Zähneputzen

Das Zähneputzen kann vom ersten Tag erfolgen, an dem Sie einen Zahn bei Ihrem Kind entdecken! Es sollte auch nicht viel später erfolgen, da die Milchzähne keinesfalls alleine für sich gesehen werden können. Milchzähne sind Grundlage für die korrekte Stellung der nachfolgenden Zähne, für eine gute Aussprache Ihres Kindes und für einen unbekümmerten Essgenuß. Es benötigt sicherlich einige Disziplin von Ihnen, neben den ohnehin vielfältigen Aufgaben bei Kindern, auch noch die "kleinen Milchzähne" zu pflegen. Nehmen Sie sich aber bitte die Zeit und reinigen täglich die Zähne Ihres oder Ihrer Kleinen. Anfangs benutzen Sie eine angefeuchtete Kinderzahnbürste (sehr weiche Borsten) mit sehr geringer Menge an Kinderzahnpasta. Kinder ab dem Alter über eineinhalb Jahren sollten eine Lernzahnbürste mit Kinderzahnpasta verwenden.

Richtiges Zähneputzen ist nicht leicht, es ist daher notwendig, daß Eltern das Putzen kontrollieren und ggf. nachputzen. Es ist sicherlich hilfreich, wenn Sie Ihre Zähne als Vorbild ebenfalls "vor den Augen des Kindes" mit reinigen. Sehr hilfreich hat sich bei Kindern im zweiten und dritten Lebensjahr erwiesen, Ihnen eine eigene Zahnbürste mit kurzen weichen Borsten und einem dicken, leicht greifbaren Stil zu geben. Für die Kleinen ist es wichtig die Erfahrung zu machen, daß in der Mundhöhle regelmäßig eine Zahnbürste mit etwas Zahnpasta "vorbeiguckt". Das Ganze zwar spielerisch, aber dennoch gründlich und vor allem regelmäßig.

Kleiner Tip: Die Verknüpfung von "Zahngeschichten", wie bspw. "Karius und Baktus", erleichtert die gewollte Konditionierung Ihres Kindes in den ersten vier Jahren hin zur Zahnpflege.

Schnuller und Nuckelflasche

Schnuller und Nuckelflasche -zwei von Baby's Lieblingen- können erhebliche Auswirkungen auf das Wohlbefinden Ihres Kindes haben. Positiv durch die Befriedigung von natürlichem Lutsch- und Saugtrieb und negativ durch die schlechte Beeinflussung von Zahnstellung und Kieferentwicklung sowie die Förderung von Karies.

Hierzu einige Detailinformationen: der Lutsch- und Saugtrieb legt sich im Alter von ca. einem Jahr. Nun ist es ein guter Zeitpunkt, Ihr Kind von der Nuckelflasche zu entwöhnen, um ein zu langes Nuckeln zu verhindern. Geben Sie Ihrem Kind lieber eine Schnabeltasse oder Glasflasche, die ausgetrunken und dann zur Seite gestellt wird. Sie fragen sich vielleicht, was denn daran schlimm sein soll, ein Kind an der Flasche nuckeln zu lassen. Das Kleine muß ja schließlich viel trinken. Und der Tee ist ja auch ungesüßt (oder?!). Hierzu ist anzumerken, daß selbst der Fruchtzucker bei Säften den Zähnen schadet. Weiterhin verhindert ein andauerndes Trinken, daß die natürliche Schutzfunktion des Speichels wirken kann.

Der zu lange verwendete Schnuller ist der Feind einer guten Zahn- und Kieferentwicklung. Wie bereits erwähnt, läßt der Lutsch- und Saugtrieb nach ca. 1 Jahr nach. Nach diesem Alter sollte dann auch der Schnuller weniger und schließlich überhaupt nicht mehr genutzt werden. Ansonsten ergeben sich ggf. Kieferdeformierungen, die zu einem sogenannten "offenen Biß" führen. Hierdurch kann Ihr Kind nicht mehr richtig die Nahrung abbeißen und fängt an zu lispeln. Bei Problemen mit der Abgewöhnung des Schnullers oder auch bei andauerndem Lutschen des Daumens kann Sie Ihr Zahnarzt unterstützen. Es gibt Schutzmechanismen, wie die Mundvorhofplatte, um den Kiefer Ihres Kleinen vor schädlichem Dauerlutschen zu schützen. Sollten Fehlstellungen durch den Schnuller oder Daumen auftreten, so besteht noch bis zum dritten Lebensjahr die Möglichkeit einer selbständigen Korrektur des "offenen Biß".

Durch das Lutschen über das dritte Lebensjahr hinaus kann sich dann die Verformung der Zähne und des Kiefers auf das bleibende Gebiß übertragen.

Vereinzelte gesetzliche Krankenversicherungen haben spezielle neue Vorsorgeleistungen bei ihren Mitgliedern ab dem 6. Lebensmonat etabliert (Stand 2014), um die sog. Nuckelflaschenkaries  einzudämmen.

Fluoridierung

Der Speichel eines Kindes enthält eine natürliche Menge an Fluoriden. Die Aufgabe von Fluoriden ist die Erhöhung der Widerstandskraft des Zahnschmelzes gegen Säuren. Die Säuren entstehen durch Bakterien, die durch die Zersetzung von Zucker Säuren freisetzen. Die Zähne Ihres Kindes können durch Fluoride widerstandsfähiger gemacht werden und somit die Lebensqualität Ihres Sprößlings dauerhaft steigern. Hierdurch erhalten die Kinderzähne einen verstärkten Schutzmantel gegen die heutzutage recht hohen Zuckermengen in Nahrungsmitteln. Die Fluoridierung kann über Fluoretten (Fluorid-Tabletten), Fluorid-Lacke und Fluorid-Gelees erfolgen. Wann welches Mittel einzusetzen ist, kann Ich Ihnen gerne bei einer Besprechung erörtern. Die Fluorid-Einnahme muß auf das Lebensalter und auf die regional unterschiedliche Fluorid-Konzentration des Trinkwassers abgestimmt sein.

Prophylaxe bei Kindern ab Grundschulalter

Kinder ab dem Grundschulalter sollten mit der grundsätzlichen Mundhygiene vertraut sein und das Zähneputzen als Bestandteil Ihres Tagesablaufs auffassen. Dies ist wichtig, da Milchzähne nicht einfach nur Vorgänger der bleibenden Zähne sind, sondern weitgehende Auswirkungen auf die bleibenden Zähne haben. In diesem Lebensabschnitt sind daher die folgenden Themen (zahn-)bestimmend:

  • Karies

  • Gingivitis

  • Individualprophylaxe

Karies

Karies ist nichts anderes als die Beschädigung der Zähne durch bakterielle Säuren. Mundbakterien, die bei der Zersetzung von Zucker genau diese freisetzen. Die Bakterien werden als Plaque auf den Zähnen wahrgenommen. Die Säuren entkalken in der ersten Stufe die Zähne. Das Ergebnis hiervon sind hellere Zahnstellen. Sind Flächen des Zahnes erst einmal entkalkt, so ätzen die Säuren unschöne Löcher in die Zähne, die bei einer gewissen Tiefe auf den Nerv treffen und dort Zahnschmerzen verursachen.

Lassen Sie uns kurz noch einmal die Folgen von Karies auf Ihr Kind betrachten:

Karies generell:
Karies kann Schmerzen bei Ihrem Kind verursachen, sieht "schmuddelig" aus und verursacht häufig Mundgeruch.

Karies an Zahnzwischenräumen:
Die Zähne werden durch die Karies schmäler. Die Platzhalterfunktion für die nachrückenden Zähne ist nicht mehr ausreichend. Die bleibenden Zähne werden schief wachsen.

Tiefgehende Karies in Zähnen:
eine tiefgehende Karies kann sich durch den Milchzahn "durchätzen" und die darunterliegenden Zähne beschädigen, bevor diese überhaupt zu sehen sind.

Verlust von Schneidezähnen des Milchgebisses:
die Aussprache Ihres Kindes wird beeinträchtigt (ggf. Lispeln) und die bleibenden nachfolgenden Zähne wachsen ggf. schief, da die Platzhalterfunktion wegfällt.

Verlust von Backenzähnen des Milchgebisses:
tritt der Verlust eines Backenzahns ein bis zwei Jahre vor dem Nachrücken des bleibenden Backenzahns auf, so nimmt ein anderer Zahn aus dem Milchgebiß dessen Platz ein. Folge: der von unten nachrückende bleibende Backenzahn wächst schief.

Die genannten Punkte stellen recht klar heraus, daß Karies bei den Milchzähnen Ihres Kindes nicht nur ein Kindheitsproblem ist. Dabei ist es recht einfach, die schädlichen Aktivitäten der Bakterien zu begrenzen. Regelmäßiges Zähneputzen und die halbjährliche Zahnuntersuchung. Sollten sich helle Flecken auf den Zähnen zeigen, so können Sie durch eine Verminderung von zuckerhaltigen Nahrungsmitteln und einer verbesserten Zahnpflege diese Stellen wieder "mineralisieren".

Kleiner Tip: falls mal das Zähneputzen nicht möglich ist, so hilft auch das gründliche Ausspülen des Mundes oder bei älteren Kindern das Kauen von zuckerfreien Kaugummis nach dem Essen (Erhöhung des Speichelflusses zur Verringerung der Säurekonzentration). Dies sollte aber die "Notlösung" bleiben.

Gingivitis

Die Zähne von Kindern und Jugendlichen können nicht isoliert von Ihrem sogenannten "Halteapparat" betrachtet werden. Hinter diesem voluminösen Ausdruck verbirgt sich schlicht und einfach das Zahnfleisch, der Kieferknochen sowie die Bindegewebsfasern. Die Bindegewebsfasern sind die Verbindung zwischen Zahn und Kieferknochen.

Beim Verzehr von zuckerhaltigen Nahrungsmitteln setzen sich Bakterien auf dem Zahnfleisch fest, die den Zucker in Giftstoffe und Säuren umwandeln, die zu Zahnfleischentzündungen führen und sich somit negativ auf den Halteapparat auswirken. Von Gingivitis spricht man dann, wenn die Entzündung oberflächlich ist. Sie zeichnet sich durch Rötung, Schwellung am Zahnfleichsaum und leichter Blutungsneigung beim Putzen aus. Diese Art der Entzündung läßt sich durch intensivierte Mundhygiene wieder vollständig heilen. Zur Sicherheit sollten Sie bei Auftreten der obigen Symptome ein Termin vereinbaren, um hier eine Ausweitung hin zu einer Parodontitis auszuschließen.

Wie auch bei der Karies ist hier der beste Schutz das tägliche Putzen der Zähne und ein halbjährlicher Termin zur Kontrolle.

Individualprophylaxe

Die Probleme, die bei Karies und Gingivitis auftreten, können durch gezielte Maßnahmen verhindert werden. Das Zähneputzen nach jeder Mahlzeit ist das beste Mittel gegen die genannten Krankheiten. Hier kann Ihr Zahnarzt über ein gezieltes Mundhygienetraining und Mundhygienemotivation mit Ihren Kindern die richtige Putztechnik und auch den Umgang mit den "Problemzonen" Zahnzwischenraum, Zahnhals und Zahnvertiefungen erläutern.

Zum Schutz der gefährdeten Zone "Zahnvertiefung" auf den Kauflächen bleibender Backenzähne kann zusätzlich mit Hilfe von dünnflüssigem Kunststoff eine Versiegelung vorgenommen werden. Die durch Bakterien entkalkten Zahnstellen (helle Zahnflecken) können durch eine Fluoridierung wieder "mineralisiert" werden. Hierdurch werden die Zähne erneut aufgebaut für den täglichen "Kampf gegen die Säuren".